Wie es mir ein Jahr nach der Krebsdiagnose geht

Die Zeit seit der Diagnose im letzten Jahr ging wirklich schnell vorbei. Vielleicht liegt es daran, dass seitdem viel passiert ist und ich einiges erlebt habe. Vielleicht macht sich aber auch einfach nur mein Alter bemerkbar, denn dort soll die Zeit ja immer schneller vergehen. Im letzten Jahr habe ich die Diagnose Morbus Hodgkin bekommen, eine Chemotherapie mitgemacht, war in der Reha und habe schon wieder ein Semester meines Studiums hinter mir. Eigentlich ist ein Jahr nach der Krebsdiagnose also eine ganze Menge passiert.

Rückblick – Die Diagnose

Die Zeit vor September 2018 war ich wiederholt wegen meiner juckenden Haut bei verschiedenen Ärzten. Neben Allergien wurde mir auch Krätze diagnostiziert. Mein Ärztemarathon endete bei einem Hautarzt der zumindest einen Plan zu haben schien. Als ich an meinem Hals geschwollene Lymphknoten entdeckte, schickte man mich ins MRT. Ich selber hatte mir fast Leukämie diagnostiziert. Am 30. September 2018, vor einem Jahr, war also mein MRT-Termin. Hier wurden der Kopf- und Halsbereich untersucht. Anschließend fand ein Gespräch mit der Ärztin statt, die auch in meinem Oberkörper geschwollene Lymphknoten gesehen hatte – z.T. bis 10cm groß. Sie war sich bereits relativ sicher, dass es sich um ein Hodgkin-Lymphom handelt. Immerhin keine Leukämie.

Ausführlich kannst Du den Weg zur Diagnose in meinem Blog nachlesen. Die folgenden Wochen habe ich viel Zeit bei unterschiedlichen Ärzten verbracht und musste allerhand Untersuchungen mitmachen. All das habe ich gut verkraftet und auch die Chemotherapie ging nahezu reibungslos über die Bühne. Ich konnte sie in Komplettremission beenden.

Allgemeine Verfassung

Körperlich geht es mir heute sehr gut. Ich merke keine Einschränkungen, die auf die Chemotherapie oder die Erkrankung zurückzuführen sind. Dies bestätigen auch die Ärzte. Herz- oder Lungenprobleme habe ich nicht, ich habe kein Kribbeln in Händen oder Füßen und keine Probleme mit den Knochen. Manchmal bin ich schneller erschöpft als ich es gerne hätte, aber das war ich auch vorher schon. Ich habe durch die Reha meine körperliche Verfassung sehr schnell wieder aufbauen können und bin seitdem fitter als je zuvor. Mittlerweile mache ich mehr Sport (was nicht heißt, dass ich nicht auch ab und zu einfach gar nichts mache) und achte mehr darauf, was ich esse.
Nach der Chemotherapie hatte ich einige Monate das Problem, dass ich oft krank war. Scheinbar war das Immunsystem noch nicht stark genug, um Viren und Bakterien effektiv abzuwehren. Mittlerweile hat sich aber auch das normalisiert.

Mein Portkatheter, den ich für die Chemotherapie bekommen habe, ist immer noch in meinem Oberkörper. Ich hoffe, dass ich ihn nicht mehr benutzen muss, aber ich fand es schlau, ihn zu behalten, falls doch irgendwas ist. Er stört mich überhaupt nicht und ich kann alles damit machen. Trotzdem hoffe ich, dass er bald sicher entnommen werden kann.

Auch einige Tipps aus der Reha habe ich umgesetzt. Ich nehme mir seit einiger Zeit immer mal wieder Zeit um zur Ruhe zu kommen, egal ob ich eigentlich genug zutun hätte oder nicht. So kann ich nach dem Entspannen viel besser und konzentrierter arbeiten.

Angst vor einem Rückfall

Oft ist die Angst vor einem Rückfall etwas, was Menschen nach einer behandelten Krebserkrankung stark beschäftigt. Ein Jahr nach der Krebsdiagnose ist dies für mich eher weniger ein Thema. Ich taste regelmäßig einige Lymphknotenstationen am Körper ab, damit ich Veränderungen sofort bemerken würde. Dabei bin ich nicht panisch oder habe wahnsinnige Angst, sondern mache es eher als Vorsichtsmaßnahme, man kann ja nie wissen.

Ab und zu beschäftigt aber natürlich auch mich das Thema Rezidiv. Gerade wenn ich beim Abtasten etwas entdecke, was mit nicht geheuer vorkommt. Nach der Chemotherapie bleibt abgestorbenes Tumorgewebe zurück, welches erst mit der Zeit zurückgeht. Deshalb können tatsächlich einige Bereiche etwas „geschwollen“ sein. Leider kann man nicht fühlen, dass es sich nur um totes Gewebe handelt.

Alles im grünen Bereich

Letztendlich ist alles im grünen Bereich. Demnächst steht meine nächste Nachsorge an, ich hoffe dass das dann auch noch so ist. Ich habe die Therapie gut verkraftet und in mein Leben ist wieder sowas wie „Alltag“ eingekehrt. Man sieht mir nicht mehr an was vor einem Jahr war, ich muss es nicht jedem erklären und kann wieder ganz normal studieren, Freizeitaktivitäten durchführen und alles Andere.

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