Port Explantation nach der Chemotherapie

Nach überstandener Lymphdrüsenkrebserkrankung und Chemotherapie fand nun nach über einem Jahr die Port Explantation statt. Das Entfernen des Portes fand unter örtlicher Betäubung statt, sodass ich nach dem Eingriff zeitnah gehen durfte.

Das Vorgespräch

Vor der Operation musste, wie bei jedem Eingriff, ein Aufklärungsgespräch stattfinden. Der Termin war um 8 Uhr morgens, sodass ich mich auf einen schnellen, kurzen Besuch im Krankenhaus gefreut habe. Nachdem ich die standardmäßigen Dokumente unterschrieben hatte, setzte ich mich in den Wartebereich und wartete – sehr lange. Wie das Wartezimmer um diese Uhrzeit schon so voll sein konnte, ist mir ein Rätsel.

Nach einer halben Ewigkeit wurde ich aufgerufen und durch einen Oberarzt freundlich begrüßt. Dieser klärte mich kurz über die Risiken der Operation auf, viel gab es darüber aber nicht zu sagen. Das Schlimmste, was passieren könnte ist, dass sich Wundflüssigkeit dort sammelt, wo der Port vorher lag. Diese müsse dann mit einer Nadel abgesaugt werden. Das Risiko war also überschaubar. Da die Operation nur in lokaler Betäubung stattfinden sollte, sagte mir der Oberarzt ich dürfe ganz normal frühstücken.

Nach dem Gespräch wartete ich noch darauf, einen OP Termin zu bekommen. Leider zog sich das Ganze so lange hin, dass ich am Ende ca. 3 Stunden dort war – für ein 10-minütiges Aufklärungsgespräch. Mit meinem OP Termn in der Tasche konnte ich dann nach Hause gehen.

Die Operation zur Port Explantation

Die Operation zur Port Entnahme fand schon eine Woche später statt. Dazu musste ich um 6:30 Uhr im Krankenhaus auf einer bestimmten Station erscheinen. Für mich ist die Uhrzeit wirklich unmenschlich, aber für sowas kann auch ich dies gerne in Kauf nehmen.

Die Schwester begrüßte mich freundlich und führter mich in mein Zimmer, ein Einzelzimmer. Ich hatte zwar nicht vor lange zu bleiben, aber trotzdem war dies natürlich sehr angenehm. Ich zog ein OP Hemd an und legte mich ins Bett, etwas anderes kann man in einem Krankenhauszimmer auch wirklich nicht machen. Innerhalb von 15 Minuten kamen 4 verschiedene Schwestern oder Mitarbeiter herein, um mich zu begrüßen, was ich etwas seltsam fand. Ich hatte ja diesmal nicht vor länger zu bleiben, wie es im ersten Zyklus meiner Hodgkin-Lymphom Chemotherapie der Fall war.

Nach kurzer Wartezeit wurde ich vom Transportdienst abholt und Richtung Aufwachraum geschoben. Es fühlt sich komisch an, als gesunder Mensch wie ein Schwerkranker im OP Hemd durch das Krankenhaus geschoben zu werden, obwohl man theoretisch auch ganz gut selber laufen könnte.

Vom Aufwachraum wurde ich dann durch eine Schleuse in den OP-Bereich gebracht. Der Operationstisch war zum Glück relativ bequem, sodass ich fast eingeschlafen wäre. Die Vorbereitungen begannen langsam und ich wurde sehr umsorgt. Ein Praktikant organisierte mir eine Heizdecke, obwohl ich mehrfach versicherte, dass es warm genug sei. Während die Vorbereitungen liefen, unterhielt ich mich mit ihm über verschiedene Dinge. 

 

Entspannte Stimmung im OP

Der Bereich rund um den Port wurde sehr gründlich mit einem jodhaltigen Desinfektionsmittel bearbeitet. Dieses konnte ich selbst Tage später noch nicht vollständig entfernen. Nun kam auch der Operateur, der sich kurz vorstellte. Außerdem brachte er eine Unipraktikantin mit. Die Operation an sich verlief ganz entspannt und zügig. Ich spürte ab und zu, dass jemand an mir herumzog, Schmerzen hatte ich aber nie. Ich entschied mich, meinen Port mit nach Hause zu nehmen.

Die Stimmung im OP war recht locker, ich unterhielt mich mit dem Chirurgen, der sich wiederum ab und zu mit den Schwestern unterhielt und lachte. Außerdem Fachsimpelte er mit der Praktikantin über verschiedene Nähte, die sie in anderen Operationen selbst nähen durfte. Ich dachte nur: Zum Glück nicht bei mir! Als ich meinen Port implantiert bekommen habe, nähte ein Assistenzarzt in der Ausbildung meine Wunde zu – mit entsprechend schlechtem Ergebnis. 

Das Ende

Nach der Port Explantation blieb ich noch einige Stunden auf meinem Zimmer, bis ich abgeholt wurde. In dieser Zeit wurde ich wieder sehr umsorgt. Eine Schwester bot mir an, mein Brötchen zu schmieren, was ich dankend ablehnte. Ich hatte ja noch eine andere Hand zur Verfügung. In den ersten zwei Stunden lag ein Sandsack auf der Wunde, um eine Bluterguss zu vermeiden. Schmerzen hatte ich keine, ich musste kein Schmerzmittel nehmen. Lediglich die Bewegungsfreiheit war eingeschränkt. Während der ersten Tage bewegte ich meinen Arm deshalb nur so wenig wie möglich. Jetzt nach einer Woche ist er wieder größtenteils einsatzfähig. Fäden müssen praktischerweise nicht gezogen werden, da diese sich nach einiger Zeit von selbst auflösen.

Mit dem Port sind nun auch die letzten Überbleibsel der Chemotherapie und der Krebserkrankung beseitigt worden. Damit ist, bis auf die Nachsorgeuntersuchungen, dieses Kapitel seit der Diagnose nach einem Jahr und 4 Monaten zu Ende und geschlossen.

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4 Antworten

  1. Sarah sagt:

    Ich hätte nicht gedacht, dass es so entspannt ist. Davor braucht man ja wirklich keine Angst haben!

  2. Nicole sagt:

    Ich bin einfach nur froh, dass du alles so gut überstanden hast. Vielleicht solltest du auch einmal erwähnen, wie es uns als Eltern ergangen ist, wenn der eigene Sohn als junger Erwachsener an Krebs erkrankt. Diese Ängste wünsche ich keinen Eltern.

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