Reha in Bad Oexen

Veröffentlicht von Morris am

Teil 1: Nach der Chemo ging es in die Junge-Erwachsenen-Reha nach Bad Oexen

Die Klinik Bad Oexen aus der Luft

Am Anfang wusste ich nicht, ob eine Rehabilitation für mich wirklich notwendig ist. Ich hatte zwar noch Probleme mich zu konzentrieren, mein Kurzzeitgedächtnis funktionierte noch nicht ganz wieder wie es sollte und auch körperlich gesehen war ich nicht wirklich fit, aber für den „normalen“ Alltag reichte es. Außerdem hatte ich ja keine Ahnung, was in der Reha passieren würde und in welchem Zustand andere junge Erwachsene dort hingehen würden. Irgendwie dachte ich, eine Reha wäre nur für Leute gut, die noch absolut gar nichts wieder können. Falsch gedacht…

Das Konzept der Jungen-Erwachsenen-Reha

Ich habe gezielt nach einer Einrichtung gesucht, die auch etwas für junge Patienten anbietet, da sich in Reha-Kliniken ja sonst doch eher die ältere Bevölkerung herumtreibt und man so als junger Mensch wohl nicht so gut Kontakte auf Augenhöhe knüpfen kann. So können 3-4 Wochen vermutlich sehr lang werden. Ich hatte schon davon gehört wie gut eine JER sein soll und habe mich für Bad Oexen entschieden, da ich im Internet schon davon gehört hatte. Die Klinik ist eine rein onkologische Klinik, somit haben alle eine Connection.

Für junge Erwachsene bis 31 Jahre gibt es ein Gruppenkonzept, was den Aufenthalt angenehmer machen soll – und das tut es auch. Man ist in einer Gruppe mit 8-12 Leuten, mit der man zusammen im Speisesaal sitzt und Gruppentherapien wahrnimmt. Dies sind vor allem Freizeitangebote, die man in der Gruppe frei gestalten kann. Ob Bowlen, Escape Room, Lasertag, Kart fahren, alles ist möglich. Außerdem wird zusammen gekocht und vieles mehr. Darüber hinaus gibt es drei weitere Gruppen. Insgesamt sind es ca. 40 junge Erwachsene. Gruppenübergreifend finden die eigentlichen Therapien statt, Sportspaß, Schwimmen, Joggen, Gymnastik (klingt entspannter als es ist). Jeder der Bauch- und Rückengymnastik hatte wird mir zustimmen, dass so ein Tag ziemlich anstrengend ist.
Bei einigen Veranstaltungen, z.B. bei Vorträgen, ist man auch außerhalb der JER mit den „normalen“ Patienten vermischt. Ansonsten ist man unter sich. Es gibt einen eigenen JER Bereich mit einer großen Lobby mit Tischkicker, Dart, Billiard, Tischtennis, Klavier. Darüber hinaus natürlich mehr als genug Möglichkeiten sich einfach zusammenzusetzen und zu entspannen. Es gibt eine eigene JER-Küche und drei einzelne Wohnzimmer mit Sofas, Tischen, Fernseher, Gesellschaftsspielen. Man kann sich Konsolen (z.b. PS4, Wii) ausleihen und zusammen zocken. Es gab sogar schon Fifa 19.

Gruppenangebote werden durch Pädagogen begleitet, die alle sehr nett sind und so scheint es, ihren Job lieben.

Die Zimmer

Die Zimmer sind im neusten Teil der Klinik, der 2010 erbaut wurde. Dementsprechend sind sie gut in Schuss und auf dem Stand einer drei Sterne Hotelkette. Es erinnert überhaupt nicht an ein Krankenhauszimmer. Bis auf eine Gegensprechanlage und Notfallknöpfe gibt es keine Ähnlichkeiten. In den Zimmern steht ein Doppelbett, man ist aber natürlich alleine auf einem Zimmer. Außerdem gibt es Sessel, einen Schreibtisch, ziemlich große Kleiderschränke mit Schließfach, einen Fernseher und einen kleinen Kühlschrank. Das Badezimmer war ebenfalls groß genug und altersentsprechend gut gepflegt.

Der Ankunftstag

Ich bin mit dem Auto angereist. Bei Anreise mit dem Zug, wird man am Bahnhof abgeholt und zur Klinik gefahren. Gegen 11 Uhr habe ich mich an der Rezeption gemeldet und bekam meinen Zimmerschlüssel. Dann wurden mir die Postfächer gezeigt, in denen Mitteilungen, Post und Therapiepläne hinterlegt werden. Nachdem mir der Speisesaal und der Tisch, an dem ich mit meiner Gruppe sitzen würde, gezeigt wurde, lernte ich auch schon die ersten Leute kennen und uns wurden die Zimmer gezeigt. Ich hatte ausreichend Zeit, meine Sachen auszupacken, bis es zum Mittagessen ging. Es gibt täglich die Auswahl zwischen drei Gerichten, von denen eins Vegetarisch ist. Auf Allergien oder besondere Ernährungsweisen wird Rücksicht genommen. Dazu gibt es Suppe, Salat und Nachtisch am Buffet. Außerdem bekommt man auf Wunsch einen Nachschlag.

Beim Essen habe ich schon einige Gruppenmitglieder kennengelernt und so entschlossen wir uns nach dem Essen noch eine Runde Billiard zu spielen und uns schon ein erstes Mal auszutauschen. Unsere Gruppe war sehr gemischt, von 18 – 31 Jahren war alles dabei. Wir haben uns direkt gut verstanden und viel zusammen gelacht. Bis zum Abendessen hatte ich noch ein bisschen Zeit, in der ich ein bisschen die Klinik erkundete.

Abends gab es Essen vom Buffet, das täglich ein wenig variierte und so für jeden Geschmack etwas anbot. Auch hier konnte man definitiv satt werden und auch behaupten, dass es durchaus lecker war.

Im Anschluss an das Abendessen fand ein Kennenlern‘-Treffen an. Wir trafen uns mit einer Pädagogin einem der Wohnzimmer und wurden zunächst offiziell von der Klinikverwaltung begrüßt. Dann folgten einige Informationen die wichtig sein könnten, bis sich jeder kurz vorstellte. Wir unterhielten uns relativ lang bis eds dann ins Bett ging. Der Therapieplan sah den Beginn am nächsten Morgen um 8 Uhr vor.

Dies ist der erste Teil, der zweite Teil ist unterwegs…


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